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Personal Branding – So etablieren Sie Ihre Ich-Marke

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Personal-Branding-So-etablieren-Sie-Ihre-Ich-MarkeDie Ich-AG

Von der Ich-AG sprechen wir, wenn sich Existenzgründer mit Förderung durch das Arbeitsamt selbständig machen. Die Ich-AG ist jedoch viel mehr als nur eine Existenzgründung. Wenn Sie sich selbständig machen, vertreten Sie auch sich selbst als eigene Marke. Es gibt ferner noch viele weitere Situationen in Ihrem Leben, in denen Sie Ihre eigene Marke erfolgreich nach außen vertreten müssen. Die Fachwelt spricht von „Personal-Branding“. Von den großen Unternehmen kennen wir diese Markenstrategie. Adidas-Turnschuhe tragen die unverkennbaren Dreifachstreifen, Apple-Computer sind für jedermann wahrnehmbar mit dem angegessenen Apfel verziert, der Lidl-Schriftzug verzeichnet das nach links gekippte „i“. Alle diese Unternehmen betreiben nichts anderes als Branding-Strategien, die sich in den Köpfen ihrer Zielgruppen durch die auffällig gekennzeichneten Produkte festsetzen sollen. Wirtschaftsstudien zeigen, dass richtig eingesetztes Personal-Branding zum Erfolg führt.

Besteht überhaupt ein Bedarf für die Marke „Ich“?

Wir sehen uns heutzutage mit zwei Situationen konfrontiert. Auf der einen Seite besteht das einheitliche Auftreten nach außen, dass jede Anomalität und Authentizität nicht zulässt. Unternehmen setzen zunehmend auf das Modell „Corporate Identity“, mit dem alle Mitarbeiter und alle Betriebs- und Unternehmensstrategien nach außen vereinheitlicht werden. Da fragt man sich unweigerlich, ob angesichts dieser Strategie noch Platz ist für Persönlichkeit, für ein bisschen angenehme und angebrachte Exzentrizität. Auf der anderen Seite wünschen sich Führungskräfte starke Persönlichkeiten, die ihr Unternehmen mit ihrer Persönlichkeit und ihrer Fachkenntnis voranbringen. Können beide Modelle, also Corporate Identity und Personal-Branding, nebeneinander existieren? Gehen wir diese Frage am Beispiel eines Lebenslaufes für eine Bewerbung an. Einerseits sollen Bewerbungsunterlagen nach einem einheitlichen Bewerbungsmuster verfasst werden und dürfen auf keinen Fall den Anschein erwecken, dass der Bewerber in irgendeiner Hinsicht scheinbar negativ auffällt. Auf der anderen Seite beschweren sich die Personalverantwortlichen immer wieder über zwar ordentliche und ansprechende, aber langweilige und unauffällige Bewerbungen, die nicht von der gewünschten Persönlichkeit zeugen. Ist eine Bewerbung authentisch, die genauso aussieht wie 99 andere auch? Wie weit dürfen Bewerbungen oder Sie als Person von der gewünschten Einheit und Normalität abweichen?

Nicht nur junge, auch ältere und erfahrene Menschen haben häufig nicht den Mut, den einmal vorgegebenen Weg zu verlassen und Authentizität, Persönlichkeit und ein bisschen angenehme Anomalie auszudrücken, aus Angst davor, negativ aufzufallen und aus dem vorgegebenen Schema herauszufallen. Als Existenzgründer, als Mitarbeiter oder als Führungskraft müssen Sie authentisch herüberkommen und auch mal ein bisschen auf Risiko spielen, nur so werden Sie auf Dauer Erfolg haben. Sie sind für Ihr Umfeld verlässlich und gut einschätzbar, wenn Sie Persönlichkeit mit Ecken und Kanten zeigen. Es lohnt sich durchaus, Ihre eigene Persönlichkeit zu kultivieren. Mit der Personal-Branding-Strategie entwickeln Sie schnell Ihre eigene Marke. Heutzutage hängen Karriere und persönlicher Erfolg nur zu zehn Prozent von Können, Fachwissen und Talent ab und zu 90 Prozent von der Wahrnehmung des Umfeldes und guten Beziehungen. Wie der Begriff bereits impliziert, hängt Ihre eigene Marke stark mit Ihrer Persönlichkeit zusammen.

Das Marketing-Konzept

Gehen Sie so vor, als würden Sie ein Marketingkonzept für Ihre eigene Geschäftsidee entwickeln. Schreiben Sie alles auf, was Ihre Persönlichkeit ausmacht. Bleiben Sie jedoch objektiv und blenden Sie „unangenehme“ Eigenschaften nicht aus. Ihr Umfeld wird diese weiterhin wahrnehmen. Entwickeln Sie eine Strategie, mit der Sie diese scheinbar nachteiligen Eigenschaften ausschalten oder beziehen Sie sie bewusst mit in Ihre Personal-Branding-Strategie ein. Diese Ecken und Kanten machen Ihre Persönlichkeit aus. Verwandeln Sie scheinbare Schwächen in Stärken. Überlegen Sie, wie Sie Ihre Ich-Marke gut in Szene setzen können. Übertreiben Sie jedoch nicht, denn so ein Verhalten wirkt aufgesetzt und nervt Ihre Umgebung schnell. Treten Sie dezent, aber nicht zu bescheiden auf. Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel, seien Sie jedoch kein Besserwisser. Selbstdarstellung fällt unangenehm auf. Nur wer durch eine starke Persönlichkeit auffällt und in der Lage ist, sich in den richtigen Situationen entsprechend zurückzunehmen und positiv hervortritt, wenn es angebracht ist, hebt sich positiv von seiner Umgebung ab. Diese Strategie zahlt sich im Endeffekt auch monetär aus.

Zum Schluss noch acht Simplify-Strategien

1. Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel und punkten Sie mit klar identifizierbaren Leistungen und geben Sie diesen Leistungen Ihren Namen.

2. Scheuen Sie nicht davor zurück, die Öffentlichkeit zu suchen. Seien Sie nicht nur Beobachter, sondern aktiver Mitgestalter und reagieren Sie umgehend auf Ihr Umfeld, wenn Sie etwas zu sagen haben.

3. Entdecken Sie den Mehrwert, den Sie für Ihr Umfeld haben. Verkaufen Sie sich und Ihre Arbeit positiv und zeigen Ihrem Umfeld den Nutzen auf, den es aus Ihrer Arbeit zieht.

4. Kultivieren Sie Ihre Persönlichkeit und Ihr Äußeres durch Ecken, Kanten und Marotten. Haben Sie den Mut, sich von der Masse abzuheben und etwas exzentrisch zu sein. Solange Ihre Marotten nicht übertrieben und komplett unpassend sind, wird Ihr Umfeld diese als angenehmen Teil Ihrer Persönlichkeit akzeptieren.

5. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Kernkompetenzen und vermeiden Sie alles, was Sie nicht können. Wenn Sie versuchen, mit Wissen zu punkten, das Sie nicht haben, wird Ihr Umfeld schnell dahinter kommen. Inkompetenz fällt immer negativ auf.

6. Beschreiben Sie sich und alles, was Sie tun, positiv. Treten Sie nicht negativ auf. Sagen Sie beispielsweise nicht „ich muss“, sondern „ich kann“. Es hört sich viel positiver an, wenn Sie sagen „natürlich kann ich das“ anstatt „das ist nicht schwierig für mich“. Sie sind nicht „arbeitslos“, sondern „arbeitsuchend“. Sie sind nicht die „arbeitslose Hausfrau“, sondern die „Produktdesignerin nach abgeschlossener Familienphase“.

7. Definieren Sie Ihre Leistungen klar und verständlich. Sprechen Sie nicht in der Passiv-, sondern in der Aktiv-Form. Sagen Sie nicht, sie sind Verkaufsleiter, sondern „ich verkaufe monatlich 1.000 Stück von unserem Produkt X.“

8. Verkaufen Sie sich nicht unter Wert. Sonst kann es passieren, dass Ihr Umfeld Sie ausnutzt und Ihren Wert gleichzeitig nicht zu schätzen weiß.

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