Start Allgemein Förderungen für Existenzgründer 2020: Möglichkeiten der Finanzierungen

Förderungen für Existenzgründer 2020: Möglichkeiten der Finanzierungen

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Das Zinsniveau ist so niedrig wie nie zuvor – somit sollten sich Start-Ups eigentlich auch Hoffnungen auf Finanzierungen machen können. Als Existenzgründer stellt sich nämlich zumeist eine wichtige Frage: Woher kommt das Geld, um die oft grandiosen Ideen und Vorhaben umzusetzen? Teilweise scheitert bereits die Gründung an den finanziellen Bedingungen, doch dafür müsste es doch Lösungen geben. Die gibt es auch im Jahr 2020, denn Existenzgründer können nach wie vor auf stattliche Förderungen bauen.

ERP-Gründerkredit – StartGeld

Dieser Kredit wird von der KfW vergeben und bietet bis zu 100.000 Euro für eine Vollfinanzierung an. Dabei richtet sich das Angebot nicht allein an Vollzeitselbstständige, sondern auch an die Gründer, die aus Sicherheitsgründen zuerst nur im Nebenerwerb die Selbstständigkeit ausüben wollen. Zugleich wird kein Eigenkapital benötigt. Das StartGeld im Überblick:

  • Was gefördert wird – der Kernaspekt befasst sich mit der allgemeinen Erstausstattung eines Unternehmens: Anlagen, Maschinen, Computer, aber auch Grundstücke und Gebäude oder Firmenfahrzeuge können mit dem StartGeld finanziert werden. Im laufenden Betrieb können Betriebsmittel wie Personalkosten oder Mieten davon beglichen werden.
  • Wer gefördert wird – Existenzgründer, zu den auch Freiberufler zählen, können die Förderung ebenso beantragen, wie Unternehmensnachfolger und junge Unternehmen.
  • Konditionen – die Zinssätze und Laufzeiten werden fallweise berechnet. Die Kredithöhe kann bis zu 100.000 Euro betragen, wovon höchstens 30.000 Euro für Betriebsmittel aufgewendet werden dürfen. Sollte ein Unternehmen von mehreren Gründern gegründet werden, so kann jeder der Mitgründer das StartGeld beantragen.
  • Rückzahlung – über den Zeitraum der tilgungsfreien Zeit tragen Gründer nur die Zinskosten. Im Anschluss werden monatlich gleichbleibende Raten gezahlt. Der Kredit kann jederzeit teilweise oder vollständig außerplanmäßig getilgt werden.

Mit dem StartGeld sollten sich Gründer unbedingt befassen. Es erleichtert gerade die ersten Schritte rund um die Ausstattung und Errichtung des Unternehmens. Wichtig ist aber, die Fristen zu beachten. Das StartGeld muss innerhalb von neun Monaten ab der Zusage abgerufen werden.

ERP-Gründerkredit – universell

Auch dieser Kredit stammt von der KfW, unterscheidet sich jedoch in seiner Höhe und den Bedingungen von dem StartGeld:

  • Wer gefördert wird – der Gründerkredit kann von allen Unternehmen und Selbstständigen angefordert werden, die noch keine fünf Jahre am Markt sind. Wieder steht er Unternehmensnachfolgern und Freiberuflern zur Verfügung.
  • Was gefördert wird – selbst, wenn das Unternehmen im Nebenerwerb gefördert wird, kann dieser Kredit genutzt werden. Der Kredit kann bis zu 25 Millionen Euro betragen und dient dazu, Betriebe einzurichten, sie zu übernehmen oder ein Jungunternehmen auf dem Markt zu etablieren. So können auch wieder Anlagen und Maschinen mit dem Geld angeschafft werden, aber auch Betriebsmittel bezahlt werden.
  • Konditionen – der Kredit kann in mehreren Varianten beantragt werden. Bei einigen Produkten gibt es eine Haftungsfreistellung. Die Mindestlaufzeit des Kredits beträgt zwei Jahre, es gibt stets die Option der vorzeitigen Tilgung. Die Abruffrist des Geldes beträgt zwölf Monate nach der Zusage über die Förderung.

Eine Besonderheit des Gründerkredits – Universell ist, dass die Förderungssumme je Projekt beantragt werden kann. Sie ist somit nicht allein auf ein Unternehmen zugeschnitten, sondern kann projektweise genutzt werden.

Förderung und herkömmliche Kredite kombinieren

Jeder Gründer muss sich genau überlegen, inwieweit und auf welchem Wege die beste Liquidation des Betriebs erreicht werden kann. Aus der Ferne ist es kaum möglich, einen bestimmten Weg vorzuschlagen. Grundsätzlich gilt:

  • Kombination – schon die Förderprogramme des Staats bieten verschiedene Kombinationsmöglichkeiten an. Gerade die KfW-Förderungen lassen sich oft miteinander vereinen, sodass am Ende eine wesentlich höhere Finanzierung herauskommt, als ein einzelner Kredit es erlaubt.
  • EU-Förderung – je nach Geschäftsfeld gibt es nicht allein die Förderungen innerhalb von Deutschlands, wobei hier stets auch eine etwaige kommunale Förderung geprüft werden sollte, sondern EU-Fördermittel. Diese lassen sich oft problemlos mit staatlichen oder kommunalen Krediten vereinen.
  • Herkömmliche Kredite – auch sie sind ein treffender Weg. Zwar ist es für Gründer nicht immer einfach, auf dem normalen Weg einen Kredit aufzunehmen, doch ist die Kreditaufnahme nicht unmöglich. Es kommt natürlich auch auf die Bonität, die gewünschte Summe und die Art des Unternehmens an. Ein bereits bestehendes Unternehmen kann Kreditsicherheiten bieten. Ein Unternehmen, welches bislang nur auf dem Reißbrett existiert, ist für Banken in keinerlei Hinsicht eine Sicherheit. Ein Kredit ohne Schufa auf creditsun.de kann daher sinnvoll sein.
  • Funding-Projekte – auch hierüber lasst sich Geld akquirieren. Dasselbe gilt für private Investoren, die über Portale kleinere Summen anbieten.

Die KfW-Förderkredite werden letztendlich über die normale Bank abgeschlossen. Vielfach kommt es vor, dass Gründer aus Sicht der Hausbank kreditwürdiger werden, wenn die KfW über die zugesagte Förderung ein gewisses Potenzial bescheinigt. Wichtig ist nur:

  • Vergleichen – Gründer sollten Kredite sorgfältig miteinander vergleichen und genau prüfen, welche Konditionen gelten. An dieser Stelle kommt es insbesondere auf die Kombinationsmöglichkeiten, aber auch auf die Sicherheiten an.
  • Kreditnehmer – gerade kleinere Gründer stehen oft vor der Frage, ob sie den Kredit als Unternehmer oder nicht doch als Privatperson aufnehmen. Je nach Gründungsform ist die Aufnahme als Privatperson jedoch gefährlich, denn nun haftet der Gründer als Privatperson mit seinem privaten Vermögen.

Je nach Grund für den Geldbedarf kommen mitunter noch weitere Optionen in Betracht. So wäre es beispielsweise denkbar, Maschinen und Anlagen nicht eigenständig anzuschaffen, sondern zu leasen.

Start-up
Die Finanzen sind ein wichtiger Teilbereich eines funktionierenden Unternehmens.

Fazit – Gründer können auf Förderungen hoffen

Im vergangenen Jahr erhielten deutsche Start-ups so viel Kapital wie nie zuvor. Wenngleich das Geld häufig von ausländischen Investoren stammte, so dürften viele dieser Gründer auch auf die staatlichen Förderungen und übliche Kredite zurückgegriffen haben. Wichtig ist nur, jede Option genau zu prüfen und sich vor allem im Vorfeld einen genauen Überblick zu verschaffen, um den Geldbedarf überhaupt ausreichend beziffern zu können. Zudem darf niemals vergessen werden, dass sich Förderungen oft gegenseitig ergänzen, nicht ersetzen. Selbst herkömmliche Kredite können neben Förderkrediten laufen, mitunter erhalten Gründer durch den Förderkredit sogar gegenüber der Bank einen besseren Stand.

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