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ab-WerkBeim Handel und bei der Lieferung gibt es verschiedene Vereinbarungen zwischen Käufer und Verkäufer, die eine Menge über die unterschiedlichen Pflichten der beiden Seiten aussagen. Für den Endverbraucher ist „frei Haus“ wohl die bekannteste Klausel – gerade im gewerblichen und industriellen Handel gibt es aber deutlich mehr Möglichkeiten. Für das Vertragswerk kann sich so etwas entscheidend auswirken, immerhin geht es hier vor allem darum, wie die unterschiedlichen Kosten für die Versicherungen und die Lieferung an sich.

Die Definition von „ab Werk“ für beide Seiten

Bei „frei Haus“ übernimmt der Lieferant alle Schritte und Kosten, die mit dem Versand der Ware bis an den Erfüllungsort bei dem Kunden verbunden sind. Bei ab Werk wandelt sich die Entwicklung wieder genau auf die andere Seite. Hier ist alleine der Kunde dafür zuständig, die entsprechenden Waren an den eigenen Ort der Erfüllung zu bringen. Da werden zum Beispiel die Risiken auf den Kunden verlegt, was natürlich im besten Fall aber Kosten sparen kann. Beliebt ist es in der Industrie zum Beispiel, dass man nur für die Produktion bezahlt und sich selbst mit einer Spedition darum kümmert, dass die entsprechenden Waren geholt werden können. Dort werden die Rechte und Pflichten natürlich noch einmal an eine Spedition übergeben. Der entscheidende Faktor, warum solche Dinge vereinbart werden, liegt wie immer in den Kosten. Wer sich für einen Incoterm ab Werk entscheidet, wird deutlich weniger bezahlen müssen, da er nicht auf feste Versandlösungen des Produzenten setzen muss. Stattdessen kann man sich selbst darum kümmern und entsprechend an verschiedenen Stellen die Schrauben drehen, damit die Kosten reduziert werden.

Welche Dinge müssen bei Lieferung ab Werk beachtet werden?

Die sogenannten Incoterms, das sind Abkürzungen für die verschiedenen Bezeichnungen der Lieferung und der Übernahme von Risiken und Versicherungen, legen genau fest, in welchen Punkten eine bestimmte Art von Lieferung erfolgen muss. Bei einer Lieferung ab Werk sind zum Beispiel die folgenden Punkte vollkommen in die Hand des Kunden gegeben – und somit außerhalb der Haftung und der Verantwortung durch den Produzenten, den Spediteur oder dem Verkäufer:

  • Die Verladung für den Transport
  • Transport zur Zwischenstation
  • Transport von der Zwischenstation
  • Endtransport bis zum Kunden
  • Übergabe der Waren den Kunden
  • Sämtliche Anmeldungen beim Zoll oder bei Ämtern

Alles in allem ist die Ware bei einer Lieferung ab Werk komplett in der Hand des Kunden. Das mag Vorteile bieten, wenn es alleine um die Kosten geht, hat in der Regel aber auch viele Nachteile in Hinblick auf die Versicherungen und natürlich den eigentlichen Transport zum gewählten Ziel. Eine genaue Definition und zumindest eine umfangreiche Planung der Logistik sind also wichtig, wenn man sich auf eine solche Klausel bei den Produkten und bei den Bestellungen einlässt.

 

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