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Stolperfalle: Businessplan aus dem Internet

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Stolperfalle-Businessplan-aus-dem-InternetDie Erstellung eines Businessplans ist für Existenzgründer der unbeliebteste Teil auf dem Weg, die eigene Geschäftsidee zu realisieren. Der Start in die Existenzgründung ist wie die Reise in ein neues Leben. Der Existenzgründer hat viele gute Ideen und könnte sogleich loslegen, da muss er sich vorher hinsetzen und viel schreiben und rechnen. Das Internet ist in dieser Hinsicht behilflich. Wer sich Tipps rund um den Businessplan aus dem Netz holt, googelt das Wort „Businessplan“ und bekommt endlos viele Vorschläge. Die Suchergebnisse listen zahlreiche Muster, Pakete und Tools zum Download auf.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, Mustervorlagen zu nutzen. Sie geben einen Rahmen vor, an dem sich der Existenzgründer auf dem Weg zu einem vollständigen Businessplan orientieren kann. Der Geschäftsmann kann sich schnell einen Überblick über alle wichtigen Punkte verschaffen. Mit steigendem Informationsgehalt erhöhen sich jedoch die Fehlerquellen. Handelskammern, Gründerportale, Gründerwerkstätten und Firmen bieten Tools zum Download an. Der Existenzgründer muss sich fragen, ob das jeweilige Muster geeignet ist für seine Geschäftsidee. Enthält dieser Businessplan alle notwendigen Angaben, sind sie sachlich korrekt? Wie lange stehen diese Vorlagen im Internet, sind sie vielleicht zeitlich überholt? Da die Gründer- und Investorenszene dynamisch wie nie zuvor ist, kann ein Businessplan, egal ob selbständig oder durch ein Muster erstellt, schnell überholt sein.

Ein wichtiges Thema, an das viele Existenzgründer nicht denken, ist das Urheberrecht. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Ein kurzer Klick hier, „copy and paste“ dort, die Versuchung ist nur ein Klick entfernt. Der Existenzgründer sollte sich vor dem Download den Anbieter ansehen. Handelt es sich um Muster der Industrie- und Handelskammern, kann er davon ausgehen, dass Fachleute diese erstellt und alle rechtlichen und inhaltlichen Fragen zuvor abgeklärt haben. Lokale private und kommunale Gründerinitiativen sind bei der Erstellung des Businessplans gerne behilflich. Auch sie stellen Mustervorlagen zum Download zur Verfügung. Da in diesem Fall Leute vom Fach agieren, kann ein Existenzgründer davon ausgehen, dass die Mustervorlagen alle notwendigen Informationen enthalten und rechtlich einwandfrei sind. Wie sieht es mit den kostenlosen Tools in Form von Freeware und Software-Paketen aus? In vielen Fällen ist für den Existenzgründer nicht nachvollziehbar, wie diese Muster und Programme entstanden sind. Gerne geht man dazu über, sich aus den Angeboten das Beste herauszusuchen und aus diesen Angaben einen vermeintlich individuellen Businessplan zu erstellen. Da lädt man sich eine Grafik hier und ein Logo dort herunter. An anderer Stelle fügt man noch ein paar Textpassagen und Berechnungen ein, ohne sich bewusst zu sein, dass die Urheberrechtsverletzung vielleicht schon perfekt ist.

Der größte Stolperstein ist, wenn sich Existenzgründer ausschließlich auf eine Mustervorlage aus dem Internet verlassen. Sie bündeln alle Informationen ohne Unterstützung von Fachleuten und schreiben sie unstrukturiert nieder. Schnell verlieren sie den Blick für das Wesentliche. Das Ergebnis sind zu wenig Informationen an der einen Stelle und zu viele an einer anderen. Derjenige, der den Businessplan auf den Tisch bekommt, gewinnt schnell den Eindruck, der Existenzgründer weiß nicht so recht, was er mit seiner Geschäftsidee anzufangen gedenkt. Der Jungunternehmer sollte sich bewusst sein, dass die Personen, die den Businessplan lesen, potentielle Geldgeber sind. Aus diesem Grund ist es wichtig, nicht an der falschen Stelle Zeit zu sparen und sich lediglich auf ein „Instantprodukt“ aus dem Internet zu verlassen. Der Existenzgründer möchte die Geldgeber überzeugen, an einer neuen und guten Sache mitzuwirken. Einen Gründer auf dem Weg zu seinen Zielen zu unterstützen, kann für Investoren eine große Motivation sein. Der Jungunternehmer kann jedoch nicht verlangen, dass diese Investoren in seinem Sinne handeln, wenn sie nicht die Möglichkeit haben, das Geschäftskonzept zu verstehen.

Fazit

Mustervorlagen, Tools und Freeware aus dem Internet verleiten, die Erstellung des Businessplans zu leicht zu nehmen. Alles geht einfach und schnell, ein Klick, und das Muster ist da, das man nur noch ausfüllen und bei der Bank oder den Gründer- und Förderinitiativen einreichen muss. Mit einer Musterlage kann nichts schiefgehen und Zeit spart sie auch noch. Dennoch sollten sich Existenzgründer bewusst sein, dass „Instantprodukte“ aus dem Internet nicht die Königslösung auf dem Weg zum eigenen Businessplan sind. Trotz einer gewissen Effizienz, die entsprechende Produkte sicherlich bieten, geht kein Weg an einem individuell erstellten Businessplan und der Beratung von Fachleuten vorbei.

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