Start Allgemein Factoring als Instrument gegen Forderungsausfall

Factoring als Instrument gegen Forderungsausfall

0
TEILEN

FactoringDas Factoring ist die gewerbliche Übertragung einer Forderung schon vor ihrem Fälligkeitszeitpunkt. Der Begriff Factoring stammt aus dem Lateinischen von dem Wort factura ab, zu Deutsch Rechnung. Das heutige moderne und professionelle Factoring ist in seiner Urform buchstäblich Jahrtausende alt. Entscheidend für das Factoring ist der Zeitpunkt der Forderungsübertragung. Bei einem Inkasso ist die bestehende Forderung fällig, sozusagen überfällig und oftmals schon mehrere Male angemahnt worden. Das Factoring findet sowohl zeitlich als auch organisatorisch eine Stufe vorher statt. Schon dann, wenn die Forderung besteht, wird sie an den Factor übertragen. Der zahlt an den originären Gläubiger den vereinbarten, reduzierten Rechnungsbetrag und wird durch das Factoring neuer Gläubiger. Dadurch hat jeder von beiden seinen eigenen wirtschaftlichen Vorteil.

Factoring als Instrument gegen Forderungsausfall

Eines der latenten Unternehmerrisiken ist der Forderungsausfall. Der erhaltene Auftrag ist erledigt und die vereinbarte Leistung erbracht worden. Jetzt kann der Auftragnehmer, wie es heißt, seine Rechnung schreiben. Bisher schuldete er dem Auftraggeber die vertragliche Leistungserbringung. Nun stellt er als Gläubiger die erbrachte Leistung in Rechnung und erwartet, dass die pünktlich sowie ungekürzt bezahlt wird. Zu den Kostenarten zählen vielfach sowohl Material– und Fremdkosten als auch eigener Aufwand wie Manpower, zum Beispiel Mannstunden für Handwerksarbeiten. Der Unternehmer benötigt die Einnahmen aus dieser Rechnung für den Wirtschaftskreislauf in seiner Firma. Für ihn besteht das Risiko, dass der Schuldner die Rechnung nicht, nur teilweise oder gar nicht bezahlt. Es ist das Forderungsausfallrisiko, das in der Natur der Sache liegt. Dagegen kann sich der Unternehmer durch das Factoring schützen. Unmittelbar nach der Rechnungsstellung übernimmt der Factor die Forderung als neuer Gläubiger. Er zahlt dem Unternehmer den Rechnungsbetrag, der um den vertraglich vereinbarten Aufwand des Factorings gekürzt ist. Diese Reduzierung nimmt der Unternehmer, sozusagen als Gegenleistung dafür in Kauf, dass der Factor sofort nach der Rechnungsfälligkeit, also nach Ausstellung der Rechnung, den factorierten Rechnungsbetrag bezahlt. Der Zahlungseingang dieses Betrages ist rechtlich und tatsächlich gesichert. Der Unternehmer braucht keinen Forderungsausfall zu befürchten.

Bessere Liquidität durch Factoring

Das Factoring als Instrument gegen Forderungsausfall sichert und stärkt die Liquidität auf dem Firmenkonto des Unternehmers. Der hat auf der einen Seite den Budget-, und auf der anderen Seite den Liquiditätsplan. Das Budget ist die Kalkulation für ein Projekt oder für einen bestimmten Zeitraum wie das Geschäfts-/Wirtschaftsjahr. Hier werden in Einnahme und Ausgabe die einzelnen Kostenarten und deren Höhe berechnet. Der Liquiditätsplan erfasst den zeitlichen Ablauf der zu erwartenden Einnahmen sowie der fälligen Ausgaben. Hier ergeben sich naturgemäß unterschiedliche Fälligkeitstermine. Um alle Buchungen reibungslos abzuwickeln, wird in derartigen Fällen der Dispo-Kredit auf dem Firmenkonto in Anspruch genommen. Problematisch bis hin zu schwierig wird es dann, wenn fest eingeplante und fällige Einnahmen aus Rechnungen fehlen, wenn also Forderungen ausfallen. Diese Situation kann für das Unternehmen existenzbedrohend sein, wird jedoch durch das Factoring komplett ausgeklammert. Der Factor hat aufgrund des Vertrages mit dem Unternehmer mit Entstehen der Forderung einerseits die Pflicht, den factorierten Betrag zu zahlen, und andererseits das Recht, als neuer Gläubiger die fällige Rechnung nach eigenem Ermessen „einzutreiben“. Der Unternehmer ist, wie es heißt, aus dem Obligo. Der factorierte Rechnungsbetrag ist seinem Firmenkonto gutgeschrieben worden. Budget- und Liquiditätsplan korrespondieren miteinander, und die Liquidität selber ist ebenfalls gestärkt. Durch das Ausnutzen von Zahlungszielen bei den Eingangsrechnungen kann sich der Unternehmer durch das Factoring einen temporären Liquiditätsvorteil verschaffen. Im besten Falle kann er den vom Factor erhaltenen Rechnungsbetrag, bis zur nächsten Fälligkeit von Eingangsrechnungen, zinsbringend anlegen.

Ein Factoring ist das ideale Instrument gegen Forderungsausfall. Entweder preist der Unternehmer die Kosten für das Factoring von Beginn an in seine Lieferung respektive Leistung mit ein, oder er kalkuliert mit einer verringerten Gewinnmarge. Die Aufnahme des projektmäßigen oder jährlichen Factoring-Aufwandes als eigene Kostenart in den Budgetplan sichert einen jederzeitigen Überblick über Umsatz sowie Gewinn mit getrennten Einnahmen aus und Ausgaben für Factoring.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT